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Doping am Arbeitsplatz ist leider keine Seltenheit mehr

Druck, Angst, Nervosität – viele Beschäftigte geraten auf der Suche nach einem Ausweg aus Stresssituationen in eine Sackgasse. Wie die DAK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport berichtet, greifen mehr und mehr Menschen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten, ohne dass dies medizinisch erforderlich wäre. Knapp drei Millionen Beschäftigte gaben laut DAK-Studie an, schon einmal Medikamente eingenommen zu haben, die leistungssteigernd oder stimmungsaufhellend wirken.

Fachleute rechnen aber aufgrund der hohen Dunkelziffer mit etwa 5 Millionen Betroffenen. Eine beängstigende Zahl! Dass vor allem gestresste Top-Manager zu Gehirndoping greifen, dieses Vorurteil jedoch hat die Studie entkräftet. Im Gegenteil: Je unsicherer der Arbeitsplatz und je einfacher die Tätigkeit, desto höher das Risiko, war die überraschende Erkenntnis der Forscher.

Neuro-Enhancer: Wirkung mit viel Nebenwirkungen
Zu den bekanntesten Doping-Pillen gehören Psychostimulanzien wie Methylphenidat,  zugelassen zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern, der Wachmacher Modafinil, Präparate gegen Alzheimer, Antidepressiva und  Betablocker. Der Einsatz dieser „Neuro-Enhancer“, so die Bezeichnung der Fachleute, birgt neben der gewünschten Wirkung allerdings auch vielfältige Risiken. 
 

Fluoxetin beispielsweise, ein in Deutschland häufig verschriebenes Medikament gegen Depressionen, erhöht künstlich den Serotoninspiegel im Körper und hebt dadurch die Stimmung. Bei gesunden Menschen sehen Experten aber kaum mehr als einen Placebo-Effekt.

Allerdings zeigt das Medikament viele und häufige Nebenwirkungen. Die Liste reicht von Verdauungsstörungen, über Gewichtszunahme und Herzklopfen bis Schläfrigkeit, Nervosität, Mundtrockenheit und Schlaflosigkeit.

Alle Neuro-Enhancer sind mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Zudem warnen Fachleute vor dem hohen Abhängigkeitspotenzial. Sie empfehlen systematische Aufklärung zu diesem Thema in den Betrieben. Zudem sollten Unternehmen regelmäßig prüfen, wie belastend die Mitarbeiter die Arbeitsbedingungen sowohl physisch als auch psychisch empfinden. Durch eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes sind Arbeitgeber mittlerweile auch zu einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz verpflichtet.

 

 

27.10.2015

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