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Im Flow!

Eine Studie zur Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmer hat ergeben: Besonders glücklich im Job sind Menschen mit traditionellen Handwerksberufen wie Koch oder Elektriker. Vielleicht liegt das ja gar nicht so sehr an der Branche, sondern vielmehr an der Möglichkeit, sich bei der handwerklichen Arbeit, zumindest zeitweise, ganz auf eine Aufgabe konzentrieren und fokussieren zu können. Im Flow zu sein, völlig in einer Aufgabe aufzugehen, das scheint im hektischen Büroalltag mit seinen übervollen Mailpostfächern und ständig klingelnden Telefonen kaum mehr möglich.

Flow. So hat der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi erstmals 1975 ein Gefühl benannt, das vor ihm bereits andere Pädagogen wie Kurt Hahn oder Maria Montessori beschrieben hatten: den Zustand des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, das Eins-Werden mit einer Aufgabe, Raum und Zeit vergessend, wie Kinder beim Spielen. Im Flow empfinden wir unser Tun nicht als Arbeit, wir handeln ohne Anstrengung zu spüren. Neurobiologisch betrachtet ist Flow ein Zustand entspannter Wachheit, hoher Leistungs- und Lernfähigkeit, besonderer Konzentration. Beim Flow mischen sich Gelassenheit und innere Klarheit, Engagement und Dynamik.

Dass Unterforderung ebenso wie komplette Überforderung kein Flow-Erleben auslöst, ist heute hinlänglich bekannt.  Die Dosierung der Herausforderungen entsprechend der eigenen Fähigkeiten macht den Unterschied! Gerade wenn in unserem Gehirn, wie bei komplexen Tätigkeiten, weit auseinander liegende Regionen zusammenarbeiten müssen, sind wir herausgefordert. Eine gute Ausgangsposition für Flow-Erlebnisse und mentale Höchstleistungen.

Klare Ziele, Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns
In seinem Buch „Flow im Beruf“ beschreibt Csikszentmihaly einige grundlegende Dinge, die Flow-Erleben bei der Arbeit heute vielerorts verhindern.
 
So fehle es an klaren Zielsetzungen, an der Vermittlung von Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und an angemessener Rückmeldung, an Steuerungsmöglichkeiten und flexiblem Zeitmanagement. „Flow-verhindernd“ sei zudem, dass an vielen Arbeitsplätzen Handlungsanforderungen nicht der Qualifikation des Arbeitnehmers entsprechen. Sein Fazit: „Arbeit wird rasch zu einer Belastung, wenn sie nur einen Bruchteil der Fähigkeiten des Arbeitenden beansprucht. Er hat das Gefühl, dass der größte Teil seines Potentials ungenutzt bleibt und damit verschwendet wird.

Es geht auch anders. Wenn Führungskräfte erkennen, wie wichtig motivierte Mitarbeiter sind und wie wertvoll Flow-Erlebnisse einzelner für das Unternehmen. Wenn Chefs klare Ziele vorgeben. Wenn sie Menschen nach ihren Fähigkeiten einsetzen und sie mit Wow-Projekten immer wieder herausfordern. Wenn sie ihren Mitarbeitern die Freiheit geben, sich Arbeitszeiten selbst einzuteilen und aufhören, alles kontrollieren zu wollen.

Wer nicht selbstständig arbeitet, kann die Rahmenbedingungen seiner Arbeit nur selten selbst gestalten. Jeder aber kann eigenen Flow-Erfahrungen zumindest ein bisschen auf die Sprünge helfen. Hier unsere 5 Tipps für mehr Flow bei der Arbeit:

Erstens: Setzen Sie sich eigene Ziele!
Ziele sind Erfolgsmagneten. Sie sind immens wichtig für unsere Motivation. Geben Ihnen Ihre Führungskräfte keine klaren Ziele vor, dann setzen Sie sich doch selbst welche! Sicher gibt es auch in Ihrem Unternehmen spannende Bereiche und interessante Projekte, in denen Sie sich mit ihren individuellen Fähigkeiten gut einbringen könnten. Zeigen Sie Interesse! Prozesse in Ihrem Bereich erscheinen Ihnen manchmal ineffizient: Überlegen Sie, wie es besser geht. Es gibt viele Möglichkeiten, sich bei der täglichen Arbeit selbst herauszufordern und der Langeweile ein Schnippchen zu schlagen. 

Zweitens: Denken Sie konstruktiv!
Gedanken haben eine enorme Macht über uns. Wenn wir uns einreden, dass wir etwas nicht können, wird uns wahrscheinlich auch der Mut fehlen, es jemals auszuprobieren. Die gute Nachricht aber ist: Wenn wir konstruktiv denken, unsere eigenen Stärken kennen und uns selbst etwas zutrauen, dann kann unser Unterbewusstsein eine enorme Kraft entwickeln. Lernen Sie positiv zu denken: Sie schaffen das!

Drittens: Öffnen Sie sich für Neues!
Gewohnheiten helfen uns, uns im Alltag zurechtzufinden. Sie können uns aber auch davon abhalten einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Erweitern Sie Ihren Horizont, tauschen Sie sich mit Menschen aus anderen Bereichen aus, denken Sie mal über den eigenen Tellerrand hinaus. Das macht den Alltag spannender und – wer weiß – vielleicht inspiriert es Sie ja auch, Ihrer Karriere neuen Schub zu geben.

Viertens:  Nutzen Sie Ihre produktivste Zeit des Tages!
Jeder Mensch hat seinen eigenen, individuellen Biorhythmus.  Nicht jeder kann zu jeder Tageszeit gleichermaßen produktiv sein. Auch wenn Sie in der Gestaltung Ihrer Arbeitszeit vielleicht nicht besonders flexibel sind, so lassen sich bestimmte Aufgaben doch über den Tag hinweg planen. Ob Sie ein schwieriges Mail schreiben oder ein komplexes Konzept erstellen müssen, nutzen Sie für Arbeiten, für die Sie volle Konzentration benötigen Ihre für gewöhnlich produktivsten Stunden des Tages. Und lassen Sie sich dabei, wenn möglich, nicht durch Mails oder Telefonate unterbrechen. Multitasking bringt Sie nicht in den Flow!

Fünftens: Lassen Sie los!
Sie waren in eine Arbeit versunken, haben alles um sich herum vergessen. Gut so! Seien Sie mit sich zufrieden: Sie haben eine komplexe Arbeit konzentriert gelöst. Was liegen geblieben ist, kann bis morgen warten. Heute haben Sie das einzig Richtige getan: Sie haben Ihren Flow optimal genutzt!

 

 

Dateien:
Im_Flow.pdf175 K

17.08.2016

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