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< Interview mit Patric Heizmann

Endlich abschalten!

Endlich Ferien!? Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lässt jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland Urlaubstage verfallen. Paradoxerweise nehmen häufig gerade diejenigen, die besonders viel arbeiten und Erholung demnach besonders nötig hätten, ihren Urlaub nicht vollständig in Anspruch. 

Körperliche Regeneration, mentale Ruhepausen
Begeisterung für den und Engagement im Job sind etwas ganz Wunderbares. Dennoch sind Auszeiten wichtig, denn kein Mensch kann pausenlos Höchstleistungen erbringen. In meinen Vorträgen und Seminaren nehme ich gerne den Spitzensport als Beispiel. Kein Top-Athlet würde je auf den Gedanken kommen, das ganze Jahr durch zu powern. Nach Phasen großer Anspannung braucht es Phasen der Entspannung. Das sehen wir auch aktuell: Selbst wenn in den Clubs der Fußballbundesliga bereits das Training für die neue Saison aufgenommen wurde, die National-Spieler genießen nach dem anstrengenden EM-Turnier erst einmal ihren Urlaub. Dabei geht es nicht nur um körperliche Regeneration, es geht auch um mentale Ruhepausen. Darum, den Kopf freizubekommen.

Längere Auszeiten sind wichtig
Auch wenn wir keine Spitzensportler sind, sollten wir sorgfältig und planvoll mit unserer Energie umgehen. Forscher haben nachgewiesen: Feierabende und Wochenenden reichen oft nicht, um sich vom Arbeitsstress zu erholen und abzuschalten. Dafür benötigen wir auch mal längere Auszeiten. Doch ist der Urlaub endlich da, lauern schon die nächsten Fallstricke. Nicht wenige wälzen selbst  in den Ferien Jobprobleme, bearbeiten Mails,  können einfach nicht richtig abschalten.
 
Unsere 5 Tipps sorgen für einen entspannten Urlaub:

Erstens: Räumen Sie Ihren Schreibtisch auf!
Wer aus dem Büro hastet, um sofort in den Urlaub zu starten, muss sich nicht wundern, wenn er die Jobprobleme gleich mitnimmt. Zu einem entspannten Urlaubsstart gehört es, mindestens einen Tag vorher klar Schiff zu machen. Eine ordentliche Übergabe gehört ebenso dazu wie das Aufräumen des eigenen Arbeitsplatzes. Mit den Unterlagen sortieren wir schließlich auch unsere Gedanken: Was können wir ablegen? Was müssen wir weitergeben? Was können wir nach unserer Rückkehr in Angriff nehmen? Am besten, wir machen uns einen Plan, was nach den Ferien ansteht und was die Kollegen in der Zwischenzeit erledigen können. Dann müssen wir auch nicht fürchten, nach dem Urlaub etwas Wichtiges vergessen zu haben. Unerledigte Aufgaben sind wie offene Schubladen: Sie lassen uns keine Ruhe!

Zweitens: Geben Sie sich Zeit, anzukommen!
Setzen Sie sich nicht unter Druck: Manchmal dauert es ein paar Tage bis sich das Urlaubsgefühl richtig einstellt. Geben Sie sich die Zeit, an Ihrem Urlaubsort anzukommen, sich von der vielleicht anstrengenden Anreise zu erholen, sich an ein neues Klima und die veränderte Situation mit Partner und Familie zu gewöhnen. Nehmen Sie sich an den ersten Tagen nicht gleich zu viel vor. Wem es besonders schwerfällt abzuschalten, der sollte darüber nachdenken zwei Tage Puffer einzuplanen, bevor er tatsächlich in eine Urlaubsreise startet.

Drittens: Schalten Sie Ihr Handy aus!
„Ihr erreicht mich auf dem Handy!“ – Das ist schnell dahingesagt und hat doch schwere Auswirkungen auf die Erholungsqualität im Urlaub. Denn wie soll man entspannen, wenn man  für Chef und Kollegen immer erreichbar, immer ansprechbar ist? Besser also, Sie schalten das Smartphone im Urlaub konsequent aus und rufen auch keine Mails ab. Wenn Sie wirklich unentbehrlich sind: Vereinbaren Sie, dass die Kollegen Ihnen im Fall der Fälle auf die Mailbox sprechen, die Sie dann täglich einmal zu einer bestimmten Zeit abhören.
 
Viertens: Verplanen Sie nicht jeden Urlaubstag!
Der Mix macht‘s, sind Experten überzeugt: Am erholsamsten ist Urlaub demnach, wenn sich aktive Tage und Entspannung die Waage halten. Auch individuelle Bedürfnisse gilt es jedoch bei der Urlaubsplanung zu berücksichtigen: Schließlich ist nicht jeder der gleiche Urlaubstyp! Die einen entspannen am besten mit einem Buch am Strand, die anderen haben Spaß an sportlichen Herausforderungen oder einem umfangreichen Ausflugsprogramm. Soviel aber ist gewiss: Nicht jeder Urlaubstag sollte mit Exkursionen oder einem Sportprogramm verplant sein. Gönnen Sie sich zwischendurch auch einmal Zeit, die Seele baumeln zu lassen!

Fünftens: Nutzen Sie Ihre neu gewonnene Energie für neue Ziele!
Auch für das Urlaubsende gilt: Planen Sie zwischen Urlaubsreise und Ihrer Rückkehr in den Job ein bis zwei Tage ein. Nichts ist stressiger als die Koffer zu Hause abzustellen und schon an den Arbeitsplatz hetzen zu müssen. Wenn Sie nicht nur neue Energie getankt, sondern aus dem Urlaub auch neue Erkenntnisse und Pläne mitgebracht haben, dann fangen Sie so schnell wie möglich mit der Umsetzung an. Ganz egal ob Sie sich entschlossen haben sich fortzubilden, sich künftig mehr zu bewegen, im Job durchzustarten oder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, nutzen Sie den Urlaubsschwung, um Ihre Ziele in Angriff zu nehmen. Suchen Sie sich, wenn nötig, kompetente Unterstützung.

 

 

14.07.2016

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