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Da bin ich konsequent!

Kon-se-quenz. Drei Silben, abgeleitet von lateinisch consequi – folgen, erreichen.  Ein Begriff, zwei Bedeutungen. Zum einen bezeichnet Konsequenz im Deutschen schlicht die Folge unseres Handelns. Was wir tun oder nicht tun, zieht Konsequenzen nach sich. Zum anderen, und darum soll es auf den folgenden Seiten auch gehen, wird der Begriff häufig gleichbedeutend mit Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit verwendet. Konsequent sein, das bedeutet, sich folgerichtig zu benehmen. Was die berufliche Karriere betrifft aber auch in anderen Lebensbereichen wie etwa der Kindererziehung.

Dass Konsequenz in der Erziehung enorm wichtig ist, wenn wir ein bestimmtes Verhalten von unseren Kindern wünschen, lässt sich in jedem modernen Erziehungsratgeber nachlesen. Doch auch hier, das können wohl die meisten Leser, die Eltern sind, bestätigen, stoßen wir an unsere Grenzen: Konsequenz darf nicht in stures Festhalten an Regeln und Normen ausarten, soll das Familienklima ein fröhliches bleiben. In den wichtigen Punkten aber ist Beharrlichkeit gefragt – und was heute gilt muss auch morgen noch verbindlich sein.

Konsequenz folgt immer auch einer inneren Logik. Hat etwa der Nachwuchs im Wohnzimmer Fußball gespielt, obwohl allen klar war, dass im Haus nicht mit dem Ball gespielt werden darf, müssen die Kids auch die Konsequenzen tragen. Die Sanktion muss aber nachvollziehbar sein. Ging beispielsweise etwas zu Bruch, muss solange Taschengeld gespart werden, bis der Schaden annähernd behoben ist – logisch!

Konsequenz im Handeln

Doch wie ist das bei uns selbst? Wie konsequent verfolgen wir unsere Karriere, unsere Ziele? Wie konsequent folgen wir im Job unserer inneren Logik? Wie konsequent haushalten wir mit unserer Lebensenergie?


Aus der Erfahrung hunderter Seminare kann ich sagen: Es ist oft genau das Quentchen an Konsequenz, das erfolgreiche von weniger erfolgreichen Menschen unterscheidet. Wollen wir dauerhaft erfolgreich sein, müssen wir uns eben nicht nur klare Ziele setzen, wir müssen diese auch mit Konsequenz verfolgen. Studien amerikanischer Forscher belegen sogar, dass Beharrlichkeit ein Erfolgsfaktor ist, der in seiner Bedeutung noch vor Intelligenz und Talent rangiert! Zielklarheit ist insofern eine Grundvoraussetzung für Konsequenz als nur klare, motivierende Ziele uns aus unserer Komfortzone holen können. Konsequent handeln ist fraglos anstrengend - umso wichtiger ist es, dass uns das, was wir tun und wofür wir es tun, auch sinnhaft und attraktiv erscheint.

Konsequenz - leicht gemacht!

Konsequenz setzt voraus, dass wir ins Handeln kommen und anhand von Zielen bestimmte Regeln und Handlungsanweisungen für uns ableiten. Ist es etwa für einen Karrieresprung notwendig, die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern, so genügt es nicht, sich das zum Ziel zu setzen. Es ist nur der erste Schritt. Der zweite wäre, sich Gedanken darüber zu machen, wie das Englischlernen neben Job und Familienleben am besten in den Alltag integriert werden kann.
Wie lässt sich das am einfachsten umsetzen? Welcher Weg führt individuell am besten zum Ziel: einmal die Woche mit einem Privatlehrer lernen, abends in einer Gruppe trainieren, allein per Fernkurs oder in einem Sprachurlaub… Wie realistisch Sie Ihr Ziel für sich in Angriff nehmen, das hat auch Auswirkungen auf die eigene Konsequenz. Kurz gesagt: Sie kennen sich selbst am besten und Sie können es sich leicht oder schwer machen, konsequent zu sein.

Auch das sollten Sie wissen: Für ihre Beharrlichkeit im beruflichen Vorankommen zahlen viele Menschen im Privatleben einen Preis. Wägen Sie also ab, welche Konsequenzen Ihre Konsequenz haben darf. Was ist Ihnen so wichtig, dass Sie Nachteile in anderen Lebensbereichen in Kauf nehmen? Manchmal bedeutet ein weniger an Konsequenz auf der einen ein Plus an Spaß und Lebensfreude auf der anderen Seite. Vorsicht also: Verwechseln Sie Beharrlichkeit nicht mit sturem Festhalten an einem Ziel.

Konsequent Grenzen setzen

Konsequenz kann auch bedeuten, eigene Grenzen festzulegen, die Kollegen und Vorgesetzte betreffen. Sie können eine Art „bis hierhin und nicht weiter“ markieren. Sie machen den dritten Abend in Folge Überstunden, weil Ihr Chef Sie kurzfristig mit Arbeit zuschüttet? Sie übernehmen immer mehr Aufgaben von einem Kollegen, weil der sein Arbeitspensum nicht schafft? Sie fühlen sich in Ihrer Leistung nicht anerkannt, in ihrer Entwicklung nicht gefördert. Dann müssen Sie irgendwann die Konsequenzen ziehen und konsequent auf Missstände, Überbelastung und ihre eigenen Grenzen hinweisen.


Konsequenz im Wandel?

„Konsequent ist, wer sich selber mit den Umständen wandelt“, hat der britische Staatsmann Winston Spencer Churchill einmal augenzwinkernd festgestellt. Das klingt deutlich seriöser als: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“, aber bedeutet es auch wirklich etwas Anderes? Ich denke schon. Konsequenz ist ja kein Selbstzweck, Konsequenz nützt uns vor allem im Hinblick auf unsere Ziele. Lassen Sie es mich anhand eines Bildes erklären:  Auch das Navigationssystem Ihres Autos muss sich auf Wandel einstellen. Sie geben Ihr Ziel ein, der Weg aber kann morgen schon ein anderer sein als heute, weil ihnen Baustellen den Weg versperren oder eine neue Straßenführung sie umleitet. Konsequenz brauchen Sie, was Ihre Ziele betrifft und Beharrlichkeit auf dem Weg – die ein- oder andere Umleitung aber wird auch Ihnen nicht erspart bleiben. Manchmal wird es vielleicht sogar notwendig, auch Ziele zu überdenken, wenn sich Rahmenbedingungen verändert haben. Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!

Langer Atem oft wichtiger als kurzfristige Kraftakte

Ob für die eigene Karriere oder aber für Veränderungsprozesse in Abteilungen und ganzen Unternehmen gilt: Wichtiger als kurzfristige, heroische Kraftakte ist der lange Atem. Die meisten Menschen überschätzen, was man in einem Jahr erreichen kann und sie unterschätzen, was sie in fünf Jahren erreichen können. Beharrlichkeit steht hier oft in engem Zusammenhang mit Optimismus und Selbstvertrauen. Denn nur dann halten wir mit Konsequenz an einem Ziel fest, wenn wir uns zutrauen, den Weg auch bis zum Ende zu gehen.


Die besten Tipps für konsequentes Handeln:

  • Überlegen Sie sich genau, welches Ziel Ihre Konsequenz verdient
  • Überlegen Sie sich, wie viel Einsatz Sie bringen möchten
  • Überdenken Sie die Grenzen Ihrer eigenen Konsequenz. Wer oder was darf nicht darunter leiden?
  • Bleiben Sie realistisch: Planen Sie so, dass es möglichst wenig anstrengend  ist, konsequent zu bleiben.
  • Belohnen Sie sich ab und zu für Ihr Durchhaltevermögen.
  • Haben Sie Selbstvertrauen: Nur wenn Sie an den Lohn der Mühe glauben, werden Sie konsequent bleiben.
  • Seien Sie nicht stur: Besondere Situationen erfordern besondere Behandlung. Machen Sie auch mal Umwege oder Ausnahmen von der Regel!

 

 

27.10.2015

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